Donnerstag, 22. November 2012

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Informationen zu meiner Stummfilmarbeit in Vergangenheit und Zukunft
Buster Keaton und Harold Lloyd

Neues:

Buster Keaton und Harold Loyd

Stummfilmkomödien im Österr. Filmmuseum in Wien
Dezember-Jänner 2012/13


6.12., 18h30: The Cook/ Back Stage/ The Garage (Buster Keaton)
7.12., 18h: Playhouse/ The Boat/ Paleface
19h30: Seven Chances
21h: College
14.12., 20h30: The Navigator
15.12., 19h: Safety last!
21.12., 21h: Steamboat Bill Jr.
22.12., 21h: Baloonatic/ Sherlock Jr.
4.1.13, 21h Three Ages
5.1.13, 19h30 The frozen north/ Daydreams/ The electric house
21h: Speedy

Steamboat Bill Jr.

Steamboat Bill, Jr. (1928)

Regie: Buster Keaton, Charles F. Reisner; Drehbuch: Carl Harbaugh; Kamera: J. Devereux Jennings, Bert Haines; Darsteller: Buster Keaton, Ernest Torrence, Tom Lewis, Tom McGuire, Marion Byron. 35mm, s/w, ca. 75 min
 
Romeo und Julia in Mark-Twain-Country. Ein Vater-Sohn-Konflikt und die Rivalität zweier Steamboat-Lords am Mississippi. Keatons Film ist erfüllt vom Parfum des Südens, dem Duft einer endenden Epoche und dem Sinn seines Autors für Ausmalung, Grazie und visuelle Schönheit. Busters Gegner sind diesmal nicht Maschinen oder Reglements, sondern die Erwartungen einer überlebensgroßen Vaterfigur und das Toben eines Zyklons. Wie in anderen Filmen beginnt Keaton mit intimer Komik, um das Tempo langsam zu steigern und zu einem wahnwitzigen Finale zu gelangen. Buster kämpft gegen den Orkan an, wird wie ein Gummiball durch die Lüfte gefegt und in einem Bett durch die Alptraumszenerie gewirbelt. Die Wand eines zweistöckigen Hauses bricht auf ihn nieder – er bleibt unverletzt im Viereck des Fensterrahmens stehen: ein Gag mit fünf Zentimeter Spielraum und der Qualität einer Halluzination. Das wären Dinge, hat Keaton später gestanden, die man trotz penibler Berechnung nicht zweimal macht. (H.T.)
 
Am Klavier: Gerhard Gruber (21.12.)
Filmfestival Motovun, Kroatien 2007

Vergangenes:

Filmfestival Motovun 2007


Im Sommer 2007 spielte ich auf Einladung des Filmfestival Motovun den japanischen Stummfilm "A page of madness" (Kurutta Ippeiji) zusammen mit dem japanischen Benshi Ichiro Kataoka.

Directed by: Teinosuke KinugasaYear: 1926. Running time: 60'
Written by: Yasunari Kawabata, Teinosuke Kinugasa, Minoru Inuzuka
Music: Gerhard Gruber, benshi Ichiro Kataoka, script translation Jun Takahashi
Producer: Teinosuke Kinugasa

Synopsis: A retired mariner (Masui Inoue) leaves his wife (Yoshie Nakagawa). She drowns their child and then goes mad. The older daughter holds him responsible, so he finds a job in the mental asylum where his wife is committed. Not having trust in the treatment she is getting, he is planning their escape. Both of them are haunted by memories and hallucinations.

Motovun ist ein kleiner wunderschöner, auf einem Hügel gelegener Ort im Herzen Istriens. Viele, besonders auch junge Menschen kommen zu diesem Festival. Ein Schwerpunkt im Jahre 2007 waren japanische Filme. Unser Film "A page of madness" von Teinosuke Kinugasa ist eine Spezialität. Er hat keine Zwischentitel. Angeblich wurde dieser Film vom deutschen Film "Der letzte Mann" angeregt. Die Geschichte wird vom Stummfilmerzähler (Benshi) besonders auch aus seinem Verständnis heraus interpretiert. Ich habe mit Ichiro Kataoka, dem Erzähler dieses Filmes, auch in Tokyo gearbeitet (neben seiner Lehrerin Midori Sawato).

Ausschnitte von dieser Aufführung kann man hier sehen (4 kleine Videoausschnitte):
http://filmmusik.at/Video/Gerhard-Gruber-Video.html
A page of madness

 

Der Film spielt in einer psychiatrischen Anstalt. Obwohl er zu einem stetig verstörender werdenden Bildstrudel zusammengeschnitten ist, erzählt der Film unzusammenhängend die Geschichte des Hausmeisters der Anstalt, in der seine Frau als Patientin untergebracht ist. Eines Tages taucht ihre Tochter auf, um der Mutter von ihrer Verlobung zu berichten. Dies setzt eine Vielzahl von Handlungssträngen und Rückblenden in gang, die sich nach und nach zur Familiengeschichte zusammenfügen, und so zum Beispiel erklären, warum die Mutter eingewiesen wurde und die Tochter nichts von der Hausmeistertätigkeit ihres Vaters weiß.
Der Film galt fast 50 Jahre lang als verschollen, bis er 1971 in Kinugasas Lagerhaus wiederentdeckt wurde. Der Film ist das Produkt einer Avantgarde Gruppierung japanischer Künstler namens Shinkankaku-ha (Stil der neuen Wahrnehmung), die anstrebte, die naturalistische Darstellung zu überwinden. Kawabata Yasunari, der 1968 den Nobelpreis für Literatur erhalten sollte, wird im Film selbst als Autor der Geschichte angegeben. Er wird oft als Drehbuchautor des Films benannt und eine Version des Skripts ist Teil der Gesamtausgabe seiner Werke. Heute wird das Skript jedoch als Zusammenarbeit von Kawabata, Kinugasa, Sawada Banko, und Inuzuka Minoru angesehen.

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